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Meilensteine

Schon in den 60er Jahren macht sich erstmals österreichischer Pioniergeist in der Weltraumforschung bemerkbar‭. ‬Heute verfügt Österreich über eine Industrie‭, ‬die sich bei globalen Weltraumprojekten einen Namen gemacht hat‭. ‬

Dazwischen gab es viele bedeutende Erfolge und Ereignisse‭: ‬vom Vollbeitritt zur europäischen Weltraumagentur ESA über den wissenschaftlichen Beitrag zur Rosetta-Mission bis hin zur Mitarbeit am Erdbeobachtungsprogramm Copernicus und dem europäischen Navigationssystem Galileo. ‬Viel Spaß‭ ‬auf einer Zeitreise durch die letzten Jahrzehnte‭!‬

Foto: APA

60er

Erste österreichische Aktivitäten im All

Österreichs Weg in den Orbit beginnt bereits Anfang der 60er Jahre – mit der Beteiligung am Komitee, das die Schaffung der Europäischen Raumfahrtagentur (COPERS) vorbereiten soll. Im Jahr 1969 hebt auf die Initiative von Prof. Willibald Riedler das erste österreichische Messgerät an Bord einer Forschungsrakete in den Weltraum ab. Es sind die ersten Schritte der TU Graz und Österreichs in die unendlichen Weiten des Alls.

1972

Gründung der ASA

Nachdem 1970 das Weltrauminstitut der Österreichischen Akademie der Wissen­schaften (ÖAW) gegründet wurde, folgt zwei Jahre später die Gründung der Austrian Space Agency (ASA).

1983

Weltraumlabor SPACELAB

Eine echte Sensation ist der Start des europäischen Weltraumlabors Spacelab – mit dem in Österreich entwickelten „Weltraumfenster“ und 3 österreichischen Experimenten an Bord.

Foto: infothek.bmvit

1987

Beitritt Österreichs zur ESA

Bereits seit 1975 ist Österreich an den Programmen der ESA (European Space Agency) beteiligt, seit 1981 assoziiertes Mitglied. Doch die wahre Erfolgsgeschichte beginnt, als 1987 der damalige Wissenschafts­minister Heinz Fischer den Beitrittsvertrag unterzeichnet: Heute ist jeder einzelne Satellit der ESA, der in den Orbit startet, mit Technologie aus Österreich ausgestattet.

Foto: Doris Kucera

1991

AUSTROMIR-91 Mission

Wer kann sich nicht daran erinnern: Als erster österreichischer Kosmonaut fliegt Franz Viehböck zur Raumstation MIR. Dort werden 14 Experimente made in Austria erfolgreich durchgeführt.

Foto: ESA

1998

Erfolgreicher Ariane 5-Start

Die leistungsfähigste europäische Trägerrakete, die je gebaut wurde, ist mit Treibstoffleitungen von Magna Steyr aus Österreich ausgestattet. Heute ist die Ariane 5 die führende Trägerrakete des Kontinents, mit einem Marktanteil von über 50%.

Foto: ESA

1999

Start des XMM-Newron Satellits

Am 10.Dezember startet erneut eine Ariane 5G-Trägerrakete, um einen wichtigen Satelliten ins All zu bringen: Der Röntgensatellit XMM-Newton der ESA Weltraumagentur soll die energiereichsten Prozesse im Universum erforschen – wie zum Beispiel den Materieeinfall auf schwarze Löcher – und laut Plan noch bis Ende 2022 in Betrieb bleiben.

Foto: ESA

2002

Envisat hebt ab

Der größte Umweltsatellit, der jemals in Europa gebaut wurde, tritt seinen Dienst im Orbit an. Seine Aufgabe: die ständige Überwachung des Klimas, der Ozeane und der Erdoberfläche sowie im Allgemeinen des Ökosystems der Erde. Die hochentwickelten Instrumente an Bord sind sogar in der Lage, die Höhe und Richtung von Meereswellen sowie die Wachstumsphasen von Pflanzen zu messen. Am 8. April 2012 – nach mehr als der doppelten ursprünglich geplanten Lebensdauer von fünf Jahren – wird die Mission von Envisat schließlich beendet.

Foto: ESA

2003

Mars-Express

Der Österreicher Rudolf Schmidt leitet die mit starker heimischer Beteiligung durchgeführte ESA-Mission Mars Express. Ziel: die vollständige Kartografierung des Mars, die Erforschung von Atmosphäre und Oberfläche sowie des Materials, das sich in bis zu zwei Metern Tiefe befindet.

Foto: ESA

2004

Start von Rosetta

Die Raumsonde Rosetta startet in den Orbit, mit einem gewagten Ziel: Sie soll nach 10 Jahren Flug erstmals in die Umlaufbahn eines Kometen einschwenken (67P/Churyumov-Gerasimenko), diesen zwei Jahre lang durchs Sonnensystem begleiten und dabei sogar ein Landemodul auf der Oberfläche absetzen. Die verwegene Mission gelingt – unter anderem auch deshalb, weil der passive Thermalschutz „Thermal Louvres“ von Magna Steyr die Sonde schützt. Das Weltrauminstitut der ÖAW war an insgesamt vier Messgeräten auf Orbiter und Lander beteiligt.

2005

Landung am Saturnmond Titan

Die Cassini-Huygens Mission, die im Oktober 1997 gestartet wurde, ist eine der erfolgreichsten Missionen der letzten Jahrzehnte. Einer von vielen Höhepunkten war die Landung der ESA-Sonde Huygens auf dem Saturnmond Titan im Jänner 2005. Seit diesem Zeitpunkt ist ein Mikrophon, das vom Institut für Weltraumforschung der ÖAW gebaut wurde, um Windgeräusche und Turbulenzen zu messen, der entfernteste Außenposten des Institutes.

 

Foto: ESA

2006

MetOp

Die erste Generation von Meteorologie-Satelliten namens MetOp wird gelauncht. Dank der höheren Bildauflösung, der besseren Beobachtung der Polar- und Nordatlantik­region sowie der noch genaueren Messung von Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilung kann das zuverlässige Vorhersageintervall von drei auf fünf Tage verlängert werden.

Foto: ESA

2013

Erste österreichische Satelliten

26 Jahre nach dem Beitritt Österreichs zur ESA werden die ersten österreichischen Satelliten ins All transportiert: Der von der Technischen Universität in Graz gemeinsam mit dem Spaceflight Lab in Toronto entwickelte Satellit TUGSAT-1/BRITE-Austria ist Teil der weltweit ersten Nanosatelliten Mission BRITE Constellation, die die Helligkeitsschwankungen von Sternen vermisst.

Foto: ESA

2014

Copernicus legt los

Der erste Satellit im Rahmen des Copernicus Erdbeobachtungs-Programms wird gestartet. Zwei Jahre später sind die Daten der Sentinels öffentlich und kostenlos unter www.sentinel.zamg.ac.at zugänglich. Sie werden bis heute von zahlreichen österreichischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen genutzt.

Foto: ESA

2014

Beginn des Vollausbaus von Galileo

Das europäische Satellitennavigationssystem wird vor seinem Start im Dezember 2016 auf Herz und Nieren geprüft: mithilfe von Test, die von Atos Austria entwickelt werden. RUAG Space Austria wiederum liefert die notwendige Thermalisolierung sowie die Schnittstellenelektronik des Zentralcomputers.

Foto: NASA

2015

Start der NASA-Mission MMS

Die Magnetospheric Multiscale Mission (MMS) untersucht die Dynamik des Erdmagnetfeldes und die zugrundeliegenden Energietransferprozesse – dies geschieht mit der Hilfe von vier Satelliten, die es erlauben, dreidimensionale Messungen zu machen. Das Institut für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ist der größte nicht-US Partner bei dieser Mission und beteiligt sich an den Messungen der elektrischen und magnetischen Felder. Das Institut ist gemeinsam mit RUAG Space Austria für die Potentialkontrolle der Raumsonde verantwortlich. Diese kompensiert die elektrostatische Aufladung des Satelliten.

Foto: ESA

2016

Ein Österreicher als ESA-Direktor

Der 53jährige Geophysiker Josef Aschbacher aus Tirol wird der erste österreichische ESA- Direktor. Sein Ressort, die Erdbeobachtung, verfügt über das höchste Jahresbudget der Weltraumagentur.

Foto: NASA

2018

ICESAT-2

Der NASA-Erdbeobachtungssatellit ist mit einem innovativen GPS-Empfänger made in Austria ausgestattet.

Foto: ESA

2018

BepiColombo

Im Oktober startet die ESA ihre spektakuläre Mission zum Merkur, dem kleinsten und unbekanntesten Planeten unseres Sonnensystems. Während RUAG Space Austria u.a. die Steuerungs­elektronik für die Solar-Paneele, die Positionsmechanismen für die elektrischen Triebwerke, die Thermalisolation sowie Testausrüstung entwickelt und baut, liefert Atos Austria die notwendigen elektrischen Einrichtungen für Bodentests. Das Institut für Weltraumforschung der ÖAW ist teils federführend an zwei Magnetometern und einem Massenspektrometer beteiligt. Die 6,40 Meter hohe und 4,1 Tonnen schwere Raumsonde BepiColombo muss sich ihrem Ziel in großen elliptischen Bahnen nähern und neun Mal an Planeten vorbeifliegen, um zu entschleunigen und nicht auf die Sonne zu fallen.