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Erdbeobachtung

Dass wir Naturkatastrophen wie Überschwemmungen oder Erdbeben immer besser vorhersagen können, verdanken wir den hochtechnischen Schutzengeln, die ständig unsere Erde umkreisen: Satelliten übermitteln zuverlässige Bilder, Höhendaten und metereologische Messwerte – die im Notfall auch dazu beitragen, den Betroffenen vor Ort schneller zu helfen.

Übrigens: Sämtliche von der Europäischen Weltraumagentur (ESA) ins All gesendete Satelliten haben heutzutage österreichische Technologie an Bord.

Dank spezieller Radarbilder können wir inzwischen sogar das Kalben von Eisbergen oder die Bewegung von Meereseis aus dem All genau beobachten. Selbst die Fruchtbarkeit von Böden ist eindeutig messbar –wichtige Faktoren, um den klimatischen Herausforderungen unserer Zeit so gut wie möglich zu begegnen.

Foto: ESA

Für eine präzise Positionsbestimmung aller Copernicus Sentinel-Satelliten sorgen die hochentwickelten Geräte von RUAG Space Austria. Die Unternehmen GeoVille Group, EODC, EOX IT Services und JOANNEUM RESEARCH mischen ebenso kräftig im All mit und erbringen Spitzenleistungen bei Satellitendatenlösungen zur Landbeobachtung.

Im Juni 2017 startete mit dem Wetterbeobachtungssatelliten Pegasus der insgesamt dritte österreichische Forschungssatellit ins All – entwickelt von der FH Wiener Neustadt, dem Space Team der TU Wien und der Space Tech Group STG. Ziel ist die Erforschung der Thermosphäre, sprich: der zweitäußersten Schicht der Erdatmosphäre.

Satellitennavigation

Ob im Auto oder im Flugzeug, auf dem Segelboot oder einfach zu Fuß in der Wildnis: Moderne Satellitennavigation hilft uns, sicher und wohlbehalten ans Ziel zu gelangen und ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken.

Auch zu dieser Entwicklung haben österreichische Unternehmen wesentlich beigetragen: So ist das europäische Satellitennavigationssystem Galileo, das im Dezember 2016 gestartet wurde, mit innovativer Technologie aus Österreich ausgestattet. RUAG Space Austria lieferte die Thermalisolierung der Satelliten sowie die Schnittstellenelektronik des Zentralcomputers, und Atos Austria entwickelte spezielle Tests, mit denen sich die Systeme und Funktionen vor dem Start am Boden prüfen lassen.

Foto: ESA

Ab 2019 kann man mithilfe des europäischen Navigationssystems Galileo weltweit navigieren – bisher war dies nur mit militärisch kontrollierten Navigationsdiensten aus den USA, Russland oder China möglich.

Die Galileo-Satelliten umkreisen die Erde in einer Höhe von rund 23.200 Kilometern, was jeweils ca.14 Stunden in Anspruch nimmt. Jeder Satellit ist mit hochpräzisen Atomuhren ausgestattet, die in Österreich getestet wurden. Sie sollen eine Messgenauigkeit von einem Meter und darunter ermöglichen – genauer als das amerikanische GPS System.

Foto: ESA

Dass die heutigen Satellitennavigationsgeräte immer genauer werden, verdanken sie nicht zuletzt dem JOANNEUM RESEARCH und der TeleConsult Austria. Beide Unternehmen arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Präzision sowie der Störsicherheit der Satelliten.

Telekommunikation

Weltraumforschung begegnet uns heute auf Schritt und Tritt – zum Beispiel dann, wenn wir ganz selbstverständlich jederzeit das Internet oder den Mobilfunk nutzen, wo auch immer wir uns gerade befinden.

Doch auch bei wichtigen, weltweit mitverfolgten Großevents wie der Fußball-WM oder dem Wiener Neujahrskonzert profitieren Fans rund um den Globus von den technischen Errungenschaften aus dem All – dank der zeitsynchronen, auf Hundertstelsekunden genauen Live-Übertragungen.

Foto: ESA

Rund 1.400 Satelliten aus verschiedensten Ländern der Erde befinden sich derzeit im Orbit. Es werden noch Tausende dazukommen – allein schon, um auch in entlegenen Weltgegenden eine funktionierende Internetverbindung zu garantieren.

Satelliten-TV gehört schon lange zu den Annehmlichkeiten in der Freizeit. Die TV-Stationen strahlen dabei ihr Programm zu Satelliten hoch, die auf der geostationären Umlaufbahn die Erde umkreisen, und die Programme wiederum auf die Erde ausstrahlen. Einer der Vorteile des Satelliten-TVs ist die Vielfalt, die es gewährleistet.

Was wäre unser heutiges Leben ohne den Mobilfunk? Längst sind wir es gewohnt, immer und überall mit anderen kommunizieren zu können. Dass dies sogar in Gegenden möglich ist, wo die Internetverbindung oder das Mobilfunknetz nur unzureichend ist, verdanken wir einmal mehr den Satelliten.

Transport

Foto: ESA

Ob Erdbeobachtung, Navigation, Telekommunikation oder Notdienst: Ohne Satelliten geht heute gar nichts mehr. Doch damit diese High-Tech-Flugkörper ihre wertvollen Informationen aus dem All liefern können, müssen wir sie erst dorthin befördern.

Auch dabei spielen österreichische Unternehmen eine große Rolle. So wurde die leistungsfähigste europäische Trägerrakete, die jemals gebaut wurde, mit Treibstoffleitungen aus Österreich versehen. Mittlerweile ist die Ariane 5 die weltweit führende Trägerrakete für den Start von Großsatelliten.

Foto: ESA

Damit die Missionen von Ariane 5 gelingen – der leistungsfähigsten europäischen Trägerrakete, die je gebaut wurde – wird sie mit Treibstoffleitungen von Magna Steyr ausgestattet. Auch bei der Entwicklung und Produktion von Wasserstoffspeicher- und Tieftemperatursystemen hat das Unternehmen die Nase vorn.

Foto: ESA

Wie reagiert ein Material bei extremen Tieftemperatur-Bedingungen? Diese wichtige Frage ergründet die Aerospace & Advanced Composites Gmbh in Seibersdorf (AAC), die gemeinsam mit Magna Steyr an der Entwicklung und Erprobung von neuen Verbundwerkstoffen arbeitet.

Foto: ESA

Die Ariane 6, die laut Plan im Juli 2020 ins All starten wird, soll das zentrale Trägersystem für die europäische Raumfahrt sein. Die Wiener Firma TTTech ist wesentlich an der Entwicklung und Produktion dieser neuen Trägerrakete beteiligt – und liefert unter anderem wichtige technische Elemente zur Steuerung.

Weltraumforschung

Die Erforschung des Weltalls, die Frage nach dem Woher und Wohin, ist ein uraltes Anliegen des Menschen. Bis vor nicht allzu langer Zeit war man dabei ausschließlich auf astronomische Beobachtungen angewiesen. Doch seit der Verfügbarkeit der Raketentechnik können Mensch und Maschine direkte Messungen im All vornehmen. Was wir dort entdecken, bringt uns auch auf der Erde weiter: Technische Errungenschaften wie etwa effiziente Solarzellen, GPS oder die Magnetresonanztomographie haben ihren wissenschaftlichen Ursprung allesamt in der Weltraumforschung.

Darüber hinaus hat dieser wichtige Wissenschaftsbereich aber auch eine globale Schutzfunktion: So können beispielsweise die gewaltigen Plasmaeruptionen an der Sonnenoberfläche das Magnetfeld der Erde empfindlich stören und großflächige Stromausfälle auslösen. Erkenntnisse aus der Weltraumforschung helfen uns dabei, solche Vorfälle vorherzusehen und rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen.

 

 

Foto: ESA

Eine spektakuläre Mission gelang mithilfe der Raumsonde Rosetta und dem Philae Landungsmodel, das 2014 erstmals auf einem Kometen aufsetzte, um dessen Zusammensetzung und Veränderung zu erforschen. Im September 2016 wurde die Mission beendet – nach über 12 Jahren im All und geschätzten 8 Milliarden Flugkilometern. Am Bau des Flugkörpers und der wissenschaftlichen Instrumente waren das Institut für Weltraumforschung der ÖAW und österreichische Unternehmen wesentlich beteiligt.

Foto: ESA

Die Europäisch-Japanische Mission BepiColombo muss auf ihrer siebenjährigen Reise zum Planeten Merkur Temperaturen von -180°C bis zu +450°C aushalten. Und das tut sie auch – dank der speziell entwickelten Thermalisolation von RUAG Space Austria. Ebenso wichtig für den Missionserfolg war die elektrische Bodenausrüstung zum Testen des Satelliten – dieses Equipment wurde von Atos Austria geliefert. Das Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat einen Teil der wissenschaftlichen Nutzlast gebaut und wird die Daten, die in Zukunft von den Messgeräten kommen, auswerten.

 

Foto: ESA

Eine kleine wissenschaftliche Sensation gelang im April 2018: die BRITE Nanosatellitenkonstellation lieferte Daten des Ausbruchs einer Nova mit bisher nicht erreichter Zeitauflösung und Genauigkeit. 2019 wird der ESA-Nanosatellit OPS-SAT unter Federführung der TU Graz gestartet. Die ESA-Mission PRETTY, die zur Messung von Meereswellenhöhen beitragen kann, soll zwei Jahre später folgen.