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Foto: ESA
10.05.2019

BepiColombo ist nun bereit für die lange Reise

Nach einer Testserie, die sich über die letzten fünf Monate erstreckte, hat die ESA-JAXA Mission BepiColombo ihre erdnahe Inbetriebsetzungsphase erfolgreich abgeschlossen – und ist nun bereit für die eigentliche Mission: die lange, gefährliche Reise zum Merkur und dessen detaillierte Erforschung.

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Die Tests, die nach dem Start am 20. Okober 2018 begannen, hatten das Ziel, die Funktionstüchtigkeit und Fähigkeiten der wissenschaftlichen Instrumente, des Antriebsystems und der weiteren Systeme des Raumflugkörpers genauestens zu überprüfen.  Am 26. März 2019 wurde schließlich bestätigt, dass alle Tests erfolgreich abgeschlossen wurden. Ab jetzt können sich die europäischen und japanischen Teams auf Routineoperationen sowie die Vorbereitungen auf den ersten Gravitationsschwung konzentrieren. Seit dem Start hat BepiColombo übrigens bereits über 450 Millionen Kilometer zurückgelegt – was allerdings nur etwa 4% der gesamten Strecke ausmacht, die die Sonde insgesamt zurücklegen muss, bis sie den Merkur Ende 2025 erreichen wird.

Im Moment befindet sich der Raumflugkörper etwa 50 Millionen Kilometer von der Erde entfernt – Funksignale benötigen ca. 3 Minuten, um ihn zu erreichen. Der nächste Meilenstein dieser Mission, der bevorsteht: am 13.April 2020 wird BepiColombo in einer Distanz von rund 11.000 Kilometern an der Erde vorbeifliegen.

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14.03.2019

Summer School Alpbach 2019: Eine einmalige Chance!

Vom 16.7. bis 25.7.2019 wird in dem idyllischen Ort Alpbach inmitten der Tiroler Alpen wieder nach den Sternen gegriffen: Die diesjährige Summer School Alpbach widmet sich ganz dem Thema „Geophysik aus dem Weltall unter Verwendung von Micro- oder Nanosatelliten- Konstellationen“.

Eine einmalige Chance für StudentInnen, Weltraumprojekte in einem internationalen Setting
 zu analysieren und mitzuplanen. Im Vorfeld werden ingesamt 60 junge Leute aus einem Wissenschafts- oder Ingenieursstudium ausgesucht, die in vier Arbeitsgruppen gemeinsam
 ein Weltraumprojekt planen und entwickeln – unter der Aufsicht renommierter ExpertInnen. Organisiert und gefördert wird dieses zukunftsträchtige Event auch dieses Mal von Austrospace, der FFG, der ESA und dem International Space Science Institute.

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Foto: ESA
05.01.2019

Ariane 6‭: ‬Die Zukunft wird gebaut

Im Juli 2020‭ ‬soll die neue‭ ‬Ariane 6‭ ‬ins All abheben‭ ‬‮–‬‭ ‬die Nachfolgerin der legendären europäischen Trägerrakete Ariane 5. ‬Derzeit sind die Bauarbeiten in Französisch-Guyana in vollem Gange‭: ‬Hier entsteht gerade die neue Startrampe‭, ‬von der aus die‭ ‬Rakete ins All geschossen werden soll‭. ‬

Rund 500‭ ‬Leute aus dem Bauingenieurwesen sind am Bau beteiligt‭. ‬Eine der unzähligen Herausforderungen besteht darin‭, ‬im sogenannten‭ ‬„‬Flammengraben“‭ ‬die gewaltigen Flammenmengen und Gase abzuleiten‭, ‬die beim Start der Rakete erzeugt werden‭. ‬Außerdem wird die Ariane 6‭ ‬horizontal gebaut und nicht in aufrechter Position‭ ‬‮–‬‭ ‬all dies soll Geld sparen‭. ‬Denn um konkurrenzfähig‭ ‬zu bleiben‭, ‬soll der Start der Ariane 6‭ ‬nur halb so viel kosten wie der ihrer Vorgängerin‭.‬

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Foto: ESA
30.10.2018

So sieht also eine Nova aus

Mit noch nie dagewesener Zeitauflösung liefern österreichische Kleinsatelliten Bilder vom Ausbruch einer‭‬‮„ ‬Nova“‭ ‬‮–‬‭ ‬so die Bezeichnung für eine Eruption bzw‭. ‬den Helligkeitsausbruch eines Sterns‭. ‬

Die sogenannte BRITE-Constellation‭, ‬an der Österreich beteiligt ist‭, ‬stellt eine Flotte von fünf Nano-Satelliten dar‭, ‬die das Licht der hellsten Sterne mit hoher Präzision aufnimmt‭. ‬

Die TU Graz sowie die Universitäten Wien und Innsbruck steuerten dafür wertvolles Know-How bei‭. ‬Außerdem arbeitet die TU Graz derzeit‭ ‬‮–‬‭ ‬gemeinsam mit RUAG Space Austria und Seiberdorf Laboratories‭ ‬‮–‬‭ ‬an zwei weiteren Kleinsatelliten‭, ‬die 2019‭ ‬starten sollen‭. ‬Dabei soll zum ersten Mal überhaupt das Eis von Gletschern oder an den Polen sowie die Wellenbewegungen der Ozeane vom Weltall aus vermessen und registriert werden‭.‬

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Foto: corn
23.10.2018

ESA-Experte‭:
„Jede Mission ist zu Beginn Science-Fiction“

(Interview von: STANDARD Verlagsgesellschaft, Karin Krichmayr, 25.12.2018)

Mars-Express-Missionsleiter Rudolf Schmidt über seine Mitarbeit bei Ridley Scotts‭ ‭ „Der Marsianer‭“, ‬Systemfehler und Menschen auf dem Mars‭. ‬

Weil bei der Inskription am wenigsten Leute beim Schalter für Physik anstanden‭, ‬entschloss sich Rudolf Schmidt kurzerhand für dieses Fach‭. ‬Er sollte es nicht bereuen‭: ‬Ab 1982‭ ‬arbeitete er bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, ‬wo er u‭.‬a‭. ‬die Mission Mars Express leitete und zuletzt als Generalinspektor tätig war‭. ‬Aufgrund seiner Expertise holte ihn US-Regisseur Ridley Scott als Berater für die Dreharbeiten seines Hollywoodfilms‭ „Der Marsianer“ (‬2015‭) ‬an Bord‭. ‬Seit er 2016‭ ‬in den Ruhestand getreten ist‭, ‬bastelt er statt Satelliten an seinem Bauernhof in der Steiermark‭. ‬Vergangene Woche war er in Wien zu Gast beim Symposium‭ „Kepler und der rote Planet“ ‬der Österreichischen Akademie der Wissenschaften‭.

Am 25‭. ‬Dezember 2003‭ ‬erreichte die Sonde Mars Express den Orbit des Roten Planeten‭. ‬Wie haben Sie Weihnachten verbracht‭? ‬

SCHMIDT ‬Heiligabend war eine brenzlige Phase‭. ‬Wir haben von 24‭. ‬Dezember in der Früh bis zum 25‭. ‬am Abend im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt durchgearbeitet‭. ‬Die deutsche Wissenschaftsministerin Edelgard Buhlmann kam mit Champagnerflaschen‭, ‬die sie versteckte‭, ‬damit sie ja nicht mit ihnen fotografiert wird‭, ‬falls etwas schiefgeht‭. ‬Als Mars Express dann um drei Uhr früh im Orbit war‭, ‬knallten die Korken‭. ‬Dabei stürmte noch ein Mathematiker herein mit der Schocknachricht‭, ‬dass beim Einschuss in den Orbit viel zu viel Treibstoff verbraucht wurde‭. ‬Es stellte sich aber heraus‭, ‬dass er sich um eine Kommastelle verrechnet hatte‭. ‬Der Treibstoff reichte also doch für 24‭ ‬Jahre‭. ‬Das heißt‭, ‬wenn alles andere auch so lange hält‭, ‬könnte Mars Express noch bis 2027‭ ‬aktiv sein‭. ‬

Haben Sie damit gerechnet‭, ‬dass‭ ‬die Sonde so lange Daten liefert‭? ‬Zuletzt wurden mit ihrer Hilfe riesige Wasservorkommen auf dem Mars entdeckt‭. ‬

SCHMIDT ‬Entworfen und finanziert war das Projekt für zwei Jahre‭, ‬aber wie üblich in Europa‭, ‬wenn ein Projekt gut läuft‭, ‬findet man immer noch‭ ‬irgendwo Geld dafür‭. ‬Die Performance des Satelliten ist gut‭, ‬Datenübertragung‭, ‬elektrische Leistung‭, ‬die Recheneinheiten an Bord‭ ‬funktionieren wunderbar‭. ‬Und solange daraus gute wissenschaftliche Arbeiten resultieren‭, ‬geht es auch weiter‭.‬

In der Raumfahrt haben Sie nicht nur große Erfolge erlebt‭, ‬sondern auch spektakuläre Flops‭. ‬Ist das eine nicht ohne das andere zu haben‭? ‬

SCHMIDT ‬Es gibt Projekte‭, ‬die ein Riesenerfolg wurden‭, ‬aber zwischendurch knapp am Desaster vorbeigeschrammt sind‭. ‬Zum Beispiel das Hubble-Space-Teleskop‭: ‬Bei der Linse wurden zwei Mikron zu viel weggeschliffen‭, ‬das ist etwa ein Fünfzigstel eines Haares‭. ‬Das hat‭ ‬ausgereicht‭, ‬dass die Fotos ganz deutlich unscharf waren‭. ‬Zwei Jahre später ist man mit dem Shuttle hingeflogen und hat es repariert‭. ‬Auch bei Mars Express gab es ein gravierendes Problem‭: ‬Es fehlte eine Drahtbrücke im Satelliten‭. ‬Als sich kurz nach dem Start die Sonnensegel entfalteten‭, ‬war klar‭, ‬dass zu wenig elektrische Leistung auf den Segeln zustande kommt‭, ‬sodass der Satellit‭ ‬es nie bis zum Mars schaffen würde‭. ‬Also begannen wir nach Lösungen zu suchen‭. ‬Wir haben umgeplant‭, ‬optimiert und an vielen Rädchen gedreht‭, ‬bis wir Schritt für Schritt so viel Energie einsparen konnten‭, ‬dass am Ende für die Messungen mehr als genug Leistung zur Verfügung stand‭. ‬Jetzt ist die Sonde 15‭ ‬Jahre im Marsorbit‭. ‬

Abgesehen von den Erfolgen‭ ‬‮–‬‭ ‬was war der größte Fehlschlag in Ihrer Karriere‭? ‬

SCHMIDT ‬Es gibt nur einen‭, ‬und der sticht heraus‭. ‬Ich bin 1982‭ ‬nach Holland zur ESA gekommen und wurde einige Monate später wissenschaftlicher Leiter des Clusterprojekts‭, ‬das mit vier Satelliten das Erdmagnetfeld erforschen sollte‭. ‬Es gab immer Geldmangel bei der‭ ESA, ‬irgendwo hat es immer gezwickt‭, ‬also wurden immer billigere Wege gesucht‭. ‬Dann endlich wurden 1996‭ ‬die Satelliten nach Französisch-Guyana zum Start auf der ersten Ariane 5‭ ‬geflogen‭. ‬Gleich nach dem Start explodierte die Rakete‭. ‬13‭ ‬Jahre Arbeit waren‭ ‬in 20‭ ‬Sekunden kaputt‭. ‬Es war ein Riesendrama‭, ‬wir haben alle geweint‭. ‬Das hat mir gezeigt‭, ‬wie riskant unser Geschäft ist‭. ‬Die‭ ‬Weltraumfahrt ist unverzeihlich‭. ‬Wenn irgendwo eine Fehlermöglichkeit im System besteht‭, ‬dann ist es nur eine Frage der Zeit‭, ‬bis der Fehler tödlich wird‭. ‬Bei Ariane 5‭ ‬hat man Software vom Vorgänger wiederverwendet‭. ‬Ariane 4‭ ‬beschleunigt so gemächlich wie‭ ‬ein VW-Transporter‭, ‬Ariane 5‭ ‬ist wie ein Porsche‭. ‬Die Steuerungssoftware kam damit nicht klar‭. ‬Es gab dann mit Cluster 2‭ ‬aber einen erfolgreichen Nachbau‭. ‬

Sie haben immer mit Satelliten gearbeitet‭, ‬wie stehen Sie zur bemannten Raumfahrt‭? ‬

SCHMIDT ‬Es wird Zeit‭, ‬dass wir etwas anderes machen als die International Space Station‭. ‬Die Amerikaner schlagen einen Lunar Gateway vor‭, ‬eine bemannte Kapsel im Bereich des Mondes‭. ‬Sie könnte um Lagrange-Punkte kreisen‭, ‬wo es Stabilität zwischen Erd‭- ‬und Mondschwere gibt‭, ‬oder um den Mond selber‭. ‬So ein Gateway soll der erste Schritt sein‭, ‬um von dort aus weiter zum Mars zu fliegen oder‭ ‬zu einem Asteroiden‭. ‬

Die nächste große Reise soll zum Mars gehen‭? ‬

SCHMIDT ‬Das ist die nächste große Herausforderung‭. ‬Aber um das zu finanzieren‭, ‬bräuchte es einen Super-Kennedy‭. ‬Ich bin überzeugt‭, ‬dass es technisch möglich ist‭, ‬und auch geistig und körperlich sollten Astronauten eine Reise von drei Jahren hin und zurück aushalten‭. ‬Heute ist es Elon Musk mit Falcon 9‭, ‬der Druck macht‭. ‬Am Ende wird auch Musk das Geld ausgehen‭, ‬aber er könnte das Fass ins Rollen bringen‭. ‬Die Regierungsbehörden NASA und ESA, ‬Chinesen‭, ‬Inder‭, ‬Japaner und Russen müssten alle zusammenarbeiten‭. ‬Einer allein kann so eine Mission‭ ‬nicht auf die Beine stellen‭.‬

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Foto: ESA
20.10.2018

Merkur‭, ‬wir kommen‭: ‬
BepiColombo bricht auf‭.

17‭ ‬Jahre lang wurde getüftelt und geplant‭, ‬entwickelt und konstruiert‭ ‬‮–‬‭ ‬in den frühen Morgenstunden des 20.10.2018‭ ‬ist es dann endlich soweit‭:  ‬Die europäisch-japanische Sonde BepiColombo bricht auf ihre 7‭ ‬Jahre lange Reise zum Merkur auf‭. ‬

Mit an Bord‭: ‬ausgeklügelte österreichische Weltraumtechnologie‭, ‬wie zum Beispiel eine Thermalisolation‭, ‬die die Sonde vor den extremen Temperaturschwankungen zwischen‭ -‬180‭ ‬Grad Celsius und‭ +‬450‭ ‬Grad Celsius schützen soll‭. ‬Erst im Jahr 2025‭ ‬wird BepiColombo‭ (‬benannt nach dem italienischen Mathematiker und Ingenieur Guiseppe‭ ‬‮„‬Bepi“‭ ‬Colombo‭) ‬das Ziel erreichen‭ ‬‮–‬‭ ‬sofern alles gut geht‭. ‬Denn der Flug steckt voller Gefahren‭: ‬So muss die Sonde einige Planeten mehrfach umrunden‭, ‬um an Geschwindigkeit zu verlieren und nicht in das Innere des Sonnensystems zu stürzen‭. ‬Gelingt das Experiment‭, ‬so wird BepiColombo den Merkur detailliert erforschen und neue Erkenntnisse über die Entstehung des gesamten Sonnensystems‭, ‬insbesondere der erdähnlichen‭ ‬‮„‬terrestrischen“‭ ‬Planeten erbringen‭. ‬

Die Merkur-Mission ist aber nicht nur in wissenschaftlicher Hinsicht von großem Interesse‭: ‬Aufträge in der Höhe von insgesamt 36‭ ‬Mio‭. ‬Euro sind dafür nach Österreich geflossen‭ ‬‮–‬‭ ‬mehr als jemals zuvor im Rahmen einer Weltraummission‭. ‬

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02.10.2018

New Human Footprint‭:
Bilder aus dem All

Der Umweltschutz ist um ein paar beeindruckende Argumente reicher‭ ‬‮–‬‭ ‬in Form von überaus sehenswerten Bildern aus dem All‭. ‬

Der kürzlich erschienene Bildband  „‬New Human Footprint‭ - ‬unsere Welt im Umbruch“‭ ‬der Autoren Markus Eisl‭, ‬Gerald Mansberger‭, ‬und Paul Schreilechner dokumentiert die Ausbeutung der Erde durch den Menschen anhand von beeindruckenden Satellitenbildern‭. ‬

Von den unübersehbaren Narben‭, ‬die der Bergbau hinterlässt‭, ‬bis hin zu Auswirkungen von Wald‭- ‬und Landwirtschaft‭, ‬Energie‭- ‬und Verkehrsinfrastrukturen‭. ‬Bei aller Gesellschaftskritik weist der opulente Bildband aber zugleich auch auf die Schönheit und Vielfalt unseres Planeten hin‭.  

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